Der Blick nach vorne

Covid-19

Kandidaten für das Unwort des Jahres 2020 sind bereits in den ersten Monaten einige gefunden, zur Auswahl stehen bspw. „Pandemie“ oder „Coronavirus“ oder „Covid-19“. Nichts vergleichbares beschäftigte uns in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf eine ähnliche Art und Weise, führte zu ähnlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Die weltweite Presse wird maßgeblich von denselben Themen dominiert, Präsident*innen von Staaten auf der ganzen Welt, fallen in ihren Ansprachen in Kriegsrhetorik, selten wurden Begriffe wie „außergewöhnlich“ oder „nie da gewesen“ so inflationär genutzt wie zu diesen Zeiten.

Auf öffentlichen Plätzen, insbesondere in Supermärkten spielten sich in den vergangenen Monaten prä-apokalyptische Szenen ab, wir alle waren damit beschäftigt uns auf den Untergang vorzubereiten und die persönlichen Schäden in dieser ungewöhnlichen Zeit möglichst gering zu halten. Doch in dem Trubel den uns die Vorbereitungen auf den Untergang bescherten vergessen wir häufig, dass wir uns weniger auf den Untergang sondern vielmehr auf die Abwendung dessen konzentrieren sollten. Wir übersehen die vielen Möglichkeiten und kleinen Chancen die in dieser Zeit stecken. Die Menschheit ist gut darin, das Ende der Welt vorherzusagen und sich im Detail auszudenken, doch Lösungen suchen und finden die wenigsten.

Kleine Veränderungen formen die Welt

Nun sind wir mit einer Situation konfrontiert die genau das von uns verlangt – Lösungen finden. Es gibt keine Blaupause die wir in dieser Situation anwenden können, das schürt Unsicherheit, birgt aber auch Chancen. Diese Situation gibt uns die Chance das Normale neu zu denken, neue Wege zu gehen und alte Gewohnheiten abzustreifen – gesellschaftlicher Reset. Wir stehen vor der Herausforderung, das Normale im Ungewöhnlichen zu finden, die Freiheiten in den Einschränkungen. Wir werden nach der sogenannten Coronakrise keine neue Welt erschaffen, wir werden keine neuen Gesellschaftsformen entwickeln, doch wir können kleine Veränderungen herbeiführen. Das öffentliche Leben wird nur in kleinen Schritten zurückkehren und bei kleinen Schritten haben kleine Veränderungen plötzlich eine große Wirkung.

Die Coronavirus Krise machte erneut deutlich, dass wir unseren Umgang mit dieser Welt und unserer Gesellschaft neu denken müssen. Unser fortwährender Appell, unser gesellschaftliches Leben anzupassen, so dass wir den Kindern von heute – denjenigen, die von unseren Fehltritten im Umgang mit der Welt am Meisten betroffen sein werden – eine lebenserhaltende Zukunft überlassen können, erhält in diesen Zeiten neuen Rückenwind – Lasst uns kleine Schritte machen, kleine Schritte mit großer Wirkung.

Die Zukunft wird zeigen was wir gelernt haben

Während der Coronavirus Krise konnten wir ungewöhnlich deutliche Wort von Wirtschaft und Politik vernehmen. Maßnahmen und Forderungen die längst überfällig und in einigen Bereichen möglicherweise bereits zu spät sind. Doch die Debatte gerät nun. ausgelöst durch die Corona Krise, mit neuem Aufwind in den Mittelpunkt. Was wir nun brauchen, ist, diese Energie mitzunehmen, den Umwelt- und Klimaschutz weiterhin im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit zu behalten. Wollen wir weitere Krisen vermeiden, müssen wir unsere Gewohnheiten außerhalb der Krisen ändern. Wir müssen unsere Gesellschaft und unser Handeln präventiv ändern, nicht reaktiv. In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund und halten Sie Ihre Umwelt gesund.

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