Everyday Life – Der kindliche Alltag in einer erwachsenen Welt

Alltag

Auf unseren Tischen liegen Zeitungen, stapeln sich Rechnungen, ein Laptop und Bücher. An Tischen essen und arbeiten wir. In der Regel sind sie angepasst auf die Höhe, in der wir auf Stühlen sitzen. Tische und Stühle sind klassische Nutzgegenstände. Wir nutzen sie, damit uns der Alltag leichter fällt, indem wir uns mal setzen können, indem wir Gegenstände darauf ablegen können. Die Gegenstände sind dafür entwickelt und hergestellt worden. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben und Formen, hergestellt aus vielen unterschiedlichen Materialien. Doch dann hört die Palette der Unterschiedlichkeit auch bereits auf. Tische und Stühle sind zwei Alltagsgegenstände unter vielen, eine dem Zweck zuwiderlaufende Verwendung erregt Aufsehen, fällt aus der Norm.

Die Welt aus Kinderaugen

Auch für Kinder sind Tische und Stühle Nutzgegenstände. Sie nutzen sie zum Eintauchen in neue Welten, kreieren die aufregendsten Bauwerke. Wir können Stühle nicht nur zum bloßen Sitzen verwenden, U- Bahnen, Busse, Autos, ganze Flugzeuge können daraus erschaffen und die Welt damit bereist werden. Sie sind Säulen für komplexe Höhlensysteme und wenn man sie über den Boden zieht geben sie die unterschiedlichsten Geräusche von sich.

Das Beispiel zeigt deutlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind. Erwachsene und Kinder leben gemeinsam, jedoch meist in unterschiedlichen Welten. Wollen wir die Kinder auf das Leben in unserer Erwachsenenwelt vorbereiten, müssen wir zuvor jedoch in ihre Welt eintauchen, sie verstehen und dort gemeinsame Abenteuer erleben. Wir müssen die Welt verstehen in der Kinder leben, damit wir die Parallelen und Unterschiedlichkeiten kennen und schätzen lernen. Zumindest können wir versuchen sie zu verstehen und uns darauf einlassen. Das bedeutet nicht nur für Kinder einen aufregenden und lehrreichen Mehrwert in ihrem Spiel, auch Erwachsene können dabei viel neues und aufregendes entdecken. Denn wo sonst hätte ich erfahren, dass der Osterhase der Vater aller Hühner ist, da er die ersten Eier der Welt gebracht hat – die allgegenwärtige Frage, ob nun das Huhn oder das Ei zu erst da war, wäre damit geklärt. Wo sonst hätte ich erfahren, dass der Nikolaus mit Papa Schlumpf verwandt ist und beide nicht gerne arbeiten, deswegen kommt der Nikolaus auch nur einmal im Jahr.

Erfahrungen werden verarbeitet

Kinder verarbeiten in ihrer Welt das Erlebte aus unserer Welt, mit Spiel und Phantasie. Auch wir können von ihnen lernen, indem wir einfach mal wieder Kind sind, den strukturierten und logischen Alltag Alltag sein lassen.

Wir überlassen die Kinder damit nicht ihrem Schicksal, brauchen nicht zu befürchten, wir würden sie schlecht auf ihren späteren Alltag vorbereiten. Das Gegenteil ist der Fall. Wir gehen gemeinsam auf Entdeckungstour, entdecken Parallelen, finden Antworten für bislang ungeklärte Fragen – und mögen sie auch noch so banal sein. Wenn wir einmal unsere tägliche Routine überwinden, können auch wir es schaffen, die Welt mit anderen Augen zu sehen, einfach mal loszulassen und neue Antworten auf bislang banale Fragen finden, womit sich vielleicht das ein oder andere Problem des hektischen Alltags eines Erwachsenen von alleine löst.

Was habt ihr bislang für Erfahrungen in der kindlichen Welt sammeln können, auf welche ungeklärten Fragen seid ihr gestoßen, welche wurden vielleicht sogar beantwortet?

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