Digitale Medien

Digitale Medien

Digitale Medien beanspruchen einen immer größer werdenden Teil in unserem Alltag und es ist absehbar, dass der Einfluss in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Die Technik wird innovativer, das Angebot an Apps nimmt immer weiter zu und unser Alltag wird damit auf vielfältige Art und Weise erleichtert. Doch trotz des alltäglichen und gewohnheitsmäßigen Gebrauchs ist es weit verbreiteter Konsens unsere Kinder so lange wie möglich von diesen Medien fernzuhalten. Mit diesem Handeln wollen wir die Kinder schützen, sie sollen sich nicht von der bunten Medienwelt ablenken lassen während sie sich in ihrem Handeln auf die Welt von Morgen vorbereiten.

Doch wie sieht die Welt von morgen aus? Können wir in der Vorbereitung darauf Digitale Medien wirklich ausblenden? Welche Kompetenzen benötigen die Kinder? Eine genaue Antwort darauf können wir kaum geben, da die gesellschaftliche und technologische Entwicklung rasant voran schreitet. Digitale Medien spielen bei dieser Entwicklung eine große Rolle, weshalb abzusehen ist, dass Medienkompetenz eine zunehmende Bedeutung im späteren Alltag unserer Kinder haben wird. Grund genug also, den Kindern bereits früh grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Medien zu vermitteln.

KiTa als Vorbereitung für den späteren Alltag

In Kindertagesstätten lernen Kinder Kompetenzen, welche sie auf ihren späteren Alltag in der Schule, im Berufsleben und im gesellschaftlichen Leben vorbereiten sollen. Sie werden dazu befähigt, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Diese Zukunft wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ohne dem Einsatz von Digitalen Medien auskommen. In unserer Pädagogik bedeutet dies ein grundlegendes Umdenken des Medienverständnisses. Während der Einsatz Digitaler Medien noch vor wenigen Jahren undenkbar war, bringt das nun voranschreitende digitale Zeitalter neue Ansichten in den Diskurs mit ein.

Dieser Diskurs wird jedoch weiterhin sehr kontrovers geführt. Digitale Medien lassen sich im Alltag unserer Kinder nicht mehr leugnen und wir müssen uns die Frage stellen, wie wir uns die Zukunft, auf die wir unsere Kinder vorbereiten, vorstellen. Die sogenannten Digital Natives, wie die Kinder der aktuellen Generation gerne genannt werden, müssen den Umgang mit Medien jedoch erst lernen. Dabei benötigen sie Unterstützung und Begleitung, denn nur so können sie digitale Kompetenzen sinnvoll und bereichernd erwerben. Wenn wir unsere Aufgabe ernst nehmen, können wir den Kindern den Nutzen und die Möglichkeiten der Digitalen Welt offenbaren und der Angst vieler Eltern, Medien werden zu reinen Konsumzwecken verwendet, entgegentreten. Digitale Medien können mehr als lediglich dem Konsum dienen. Sie sind das Tor zur digitalen Welt.

Bildungs muss zukunftsfähig sein

Zukunftsfähige Bildung muss den Aspekt der voranschreitenden Digitalisierung berücksichtigen. Die Vielzahl an Angeboten im Bereich der Medien macht es nicht nur notwendig, den Kindern bereits früh die nötigen Kompetenzen im Umgang mit den Medien an die Hand zu legen, auch die Eltern müssen sich der Risiken, jedoch auch Möglichkeiten, von digitalen Medien bewusst werden.

Medienpädagogik hört jedoch nicht bei der Erlangung von Kompetenzen im Umgang mit Medien an sich auf. Die große Vielfalt an Apps und die sich immer weiter entwickelnde intuitive Technik machen es möglich, Digitale Medien weitgehend in unseren Alltag zu integrieren und dabei viele Kompetenzen schulen und fördern. Durch eine gezielte Auswahl an Apps ist es möglich den Kindern mathematische, sprachliche, naturwissenschaftliche u.v.a. Kompetenzen zu vermitteln, bei medienpädagogischen Projekten für Gruppen werden die für die Schulfähigkeit wichtigen sozialen Kompetenzen gefördert. Die Arbeit mit Digitalen Medien ermöglicht den Kindern durch ihre Handlungen direkte Erfolgserlebnisse wahrzunehmen und ihre Selbstwirksamkeit zu erfahren, wodurch ein nachhaltiger Lernerfolg unterstützt wird. Die bei digitalen Medien integrierte Kamera ermöglicht den Kindern uns ihre Sicht auf die Welt zu offenbaren, wodurch spannende Projekte entstehen, welche nicht bloß für die Kinder lehrreich sind. Dabei bleibt es jedoch wichtig, die Geräte als das wahrzunehmen, was sie sind – Instrumente, welche wir in unserem Alltag nutzen können, jedoch nicht unseren Alltag bestimmen.

Die Zukunft ist jetzt

Die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der pädagogischen Praxis sind sehr vielfältig und die oben erwähnten Möglichkeiten sind nur ein kleiner Teil dessen was möglich ist. Wenn wir unsere Kinder auf die Zukunft vorbereiten wollen, können wir die Existenz digitaler Medien im Alltag unserer Kinder nicht mehr ausblenden, wir müssen die Kinder bei der Implementierung dieser Medien in deren Alltag unterstützen. Dieses Umdenken in der pädagogischen Praxis offenbart eine Vielzahl an neuen pädagogischen Projekten. Am kommenden Wochenende 30. Juni 2018 findet in Berlin die Fachkonferenz Mini-Maker Day statt, welche sich mit den Fragen und den Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Bildung, welche Digitale Medien implementiert anstatt sie zu meiden, beschäftigt.

Wir müssen unseren eigenen Medienkonsum überdenken und reflektieren, denn auch in der Medienpädagogik haben Erwachsene eine Vorbildfunktion inne. Wir müssen uns die Frage stellen, weshalb wir es den Digitalen Medien erlauben, fester Bestandteil unseres Alltags zu sein, während wir es den Kindern größtenteils noch verwehren. Wir müssen unsere Ängste und Vorbehalte verlieren, denn nicht nur unsere Welt wird sich weiter digitalisieren, die Welt der Kinder ebenfalls. Voraussetzung, für einen pädagogisch sinnvollen Einsatz Digitaler Medien ist das eigene Verständnis davon zu reflektieren. Medienpädagogik beginnt nicht beim Kind, sondern bei uns Erwachsenen und die Zukunft, auf die wir unsere Kinder vorbereiten wollen, startet bereits heute.

Wie seht ihr die Mediennutzung im Kindesalter? Seht ihr Digitale Medien als Hilfe oder Hindernis in eurem Alltag an? Wir freuen uns über eure Meinungen.

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